Pfarrkirche Niederbreitbach

 Pfarrkirche St. Laurentius Niederbreitbach

Wer unsere Pfarrkirche St. Laurentius besucht, weiß, dass er kein altehrwürdiges, von Kunstschätzen überhäuftes Gotteshaus betritt. Seit der Grundsteinlegung im Jahr 1966 sind fast vierzig Jahre vergangen; 1969 hat die feierliche Einweihung der Kirche stattgefunden – viele Menschen in unserem Dorf haben diese Ereignisse noch selbst erlebt.

Wie schnell aber vergeht die Zeit, und bald werden sich die Gottesdienstbesucher kaum noch erinnern können, wie es in der Kirche im Jahre 1985 noch ausgesehen hat. Die Renovierungsarbeiten, die Ostern 1985 abgeschlossen waren, haben den Innenraum so vorteilhaft umgestaltet, dass ein fast völlig neuer, lebendigerer Eindruck entstanden ist. Doch gehen wir der Reihe nach vor und vergessen wir nicht, auch die kleinen, unscheinbaren Dinge in Augenschein zu nehmen, die der eilige Kirchgänger meist übersieht.

Der Glockenturm

Schon von weitem sieht man, wenn nicht durch Hügel verstellt, unsere Kirche wie eine Gottesburg aufragen. Von ihrem hohen Glockenturm wehen an den Hochfesten die weißgelben Fahnen herab, und darüber sind auf drei Seiten die Zifferblätter der Uhr zu sehen. Man hüte sich jedoch, die eigene Uhr nach der oder den kirchlichen Zeitangaben zu stellen: Sie sind auf jeder Seite verschieden und kaum jemals richtig. Anscheinend gehen die Uhren Gottes doch anders als die der Menschen, und in der Kirche gibt es bekanntlich auch mehrere Richtungen. Die einen laufen der Zeit voraus, die anderen hecheln ihr atemlos hinterher. Zum Glück funktioniert wenigstens das Schlagwerk richtig und mahnt die Gläubigen, jede Viertelstunde kurz an Gott zu denken.

Die vier – an Gewicht und Größe unterschiedlichen – Glocken wurden am 5. Fastensonntag des Jahres 1970 feierlich gesalbt und gesegnet. Sie stammen aus der Glockengießerei Mabilon in Saarburg und sind der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, der Jungfrau Maria, dem hl. Josef und dem hl. Franziskus geweiht. An ihrem Geläut erkennen die Gläubigen, wozu die Kirche sie ruft: zum Beten des „Engel des Herrn“ (wer kennt ihn noch?), zum Gottesdienst oder zu Andachten, zum Gedenken an einen eben Verstorbenen und wenn er zu Grabe getragen wird. 

Vor der Kirche

Wir sind die breite, verwinkelte Kirchentreppe emporgestiegen und befinden uns auf dem geräumigen Vorplatz, der mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt bereits so manches Mal einen stilvollen Rahmen für das Pfarrgemeindefest bot. Tief unten liegt das Dorf mit seinen Häusern, Gärten und Wiesen, jenseits der Wiedbrücke sieht man den Campingplatz und das Dorfgemeinschaftshaus, aber der Blick geht weit darüber hinaus auf die gegenüberliegenden waldigen Höhen des Malbergs. Eine herrliche, gottgesegnete Landschaft zu jeder Jahreszeit, und diese Bilder begleiten den Besucher, wenn er das Gotteshaus betritt.

 Das Portal

Auf dem Portal steht der Spruch: „Ich bin die Tür. Wenn einer durch mich hineingeht, wird er Heil erfahren.“ (Joh. 10,9). Das Wort des johanneischen Christus begrüßt alle, die sich dem Eingang nähern, und verspricht ihnen Rettung und Heil. Wer die Tür ergreift, wird von Christus an die Hand genommen. Noch deutlicher wird dieser Sachverhalt durch die bildlichen Darstellungen ausgedrückt, die sich auf den Türgriffen befinden. Der äußere rechte Flügel, durch den man gewöhnlich hineingeht, zeit das Bild von den Frauen, die am Ostermorgen zum Grab kommen – ein freundlicher Hinweis, dass unsere Frauen immer noch zu den eifrigsten Kirchgängern gehören. Durch Ostern wird uns das Tor zum Leben geöffnet, und wenn wir mit den Frauen Jesus, den Gekreuzigten suchen, erscheint uns der Auferstandene in seiner Herrlichkeit, wie auf dem anderen Türgriff der rechten Portalseiten zu sehen ist. Auf der linken Seite, die nur an hohen Feiertagen geöffnet wird, und wo sich deshalb die Türgriffe leichter betrachten lassen, erkennen wir zwei Szenen aus dem Leben des heiligen Petrus. Beim wunderbaren Fischfang am See Gennesaret wird er von Jesus zum Menschenfischer berufen, und bei Caesarea Philippi empfängt er die Schlüssel des Himmelreichs. Wer hat sich schon einmal in Ruhe diese kunstvollen Türgriffe angeschaut?

An dem gegenüberliegenden kleinen Eingang, der von der steilen Auffahrt zur Kirche führt, befinden sich ebenfalls zwei Türgriffe. Auf dem rechten sieht man den Zöllner Zachäus am Feigenbaum sitzen und wie Jesus ihn bittet herabzusteigen. Der linke Türgriff will wohl die Szene im Haus des Zöllners darstellen, wenn wir den Künstler richtig verstanden haben. Zachäus sitzt neben Jesus, er hat die eine Hand reumütig bekennend auf seine Brust gelegt und in der anderen hält er zwischen den Fingern einen ganz kleinen Mann, wahrscheinlich als Ausdruck seiner Zerknirschung, Jesus aber weist mit seiner Hand zum Himmel hinauf, zu seinem Vater, der dem Haus des Zachäus am heutigen Tag Heil geschenkt hat. Es sollte nicht schwer fallen, sich anstelle des Zöllners von Jesus in das eigene Haus einladen zu lassen, damit aus unserem ganzen Leben ein Gotteshaus wird, in dem wir Heil erfahren

Im Vorraum

Der Vorraum ist äußerst schlicht gehalten. Die linke Seite, auf der Schirme und Stöcke abgestellt werden können, besteht aus einfachem Fensterglas, und vielleicht wird eine kommende Generation einmal künstlerisch wertvolle Kirchenfenster einsetzen. Gleich rechts befindet sich der Schriftenstand mit den rot eingebundenen Exemplaren des „Gotteslobs“, die man sich für die Eucharistiefeier oder eine Andacht ausleihen kann. In der Mitte steht das Weihwasserbecken, das jeden Kirchenbesucher an seine Taufe erinnern will. Wer sich – meist gewohnheitsmäßig – mit dem Weihwasser bekreuzigt, erneuert sein Taufgelöbnis und bekennt sich zum Auferstandenen. Nur in der Osternacht ist das Weihwasserbecken leer, weil die Gläubigen während des Gottesdienstes mit dem neu geweihten Wasser besprengt werden und das Glaubensbekenntnis ablegen. Der Vorraum beherbergt außerdem noch eine Darstellung des heiligen Christopherus mit dem Christuskind. Wie dieses schmiedeeiserne Kunstwerk an die Wand neben der Eingangstür zum Innenraum gekommen ist, bleibt unklar. Vielleicht soll sich der Besucher aufgefordert fühlen, alles Belastende und Niederdrückende dem Gotteskind mit auf die Schultern zu legen – der heilige Christopherus wird es schon an das jenseitige, rettende Ufer tragen.

Der Kreuzweg

Bevor wir uns dem alles beherrschenden Altarraum zuwenden, möchten wir die verschiedenen Bilder und Gegenstände betrachten, die in der Kirche vorhanden sind. Gleich wenn man den Innenraum betritt, fällt der Blick auf den Kreuzweg, der auf der linken Seitenwand angebracht ist. Die alten vierzehn Stationen werden, wie in neuerer Zeit üblich, durch eine fünfzehnte ergänzt, die den Auferstandenen zeigt. Dadurch ist eine symmetrische Anordnung von je 5 Bildern in drei Gruppen möglich geworden. Es handelt sich um Mosaikbilder, die vom selben Künstler stammen, der auch das große Altarmosaik geschaffen hat. In den einzelnen Stationen konzentriert sich die bildliche Aussage meist auf ein wesentliches Symbol, so dass der Betrachter den angedeuteten Vorgang schon aus seiner Erinnerung oder dem Gebetbuch her kennen muss. Bedauerlicherweise ist die Kreuzwegandacht stark in Vergessenheit geraten, und auch die vorn sitzenden Kinder sehen kaum etwas von dieser doch tief anrührenden Hinführung zur Leidensgeschichte. Es ist seit langem ein offenes Geheimnis, dass unsere modernen Kirchen durch den Verzicht auf bildliche Darstellungen aus dem Leben Jesu und dem Leben der Heiligen unendlich arm geworden sind. Besonders unsere Jugend hat unter der gähnenden Leere, die sich auf den Betonwänden breit macht, zu leiden.

 Die Apostelleuchter

Nur an den höchsten Feiertagen ist die Kirche von den Wänden und Pfeilern her in helles Kerzenlicht getaucht. Sonst fallen die zwölf Apostelleuchter kaum auf, obwohl ihnen eine große Bedeutung zukommt. Die Leuchter weisen darauf hin, dass auch unser Gotteshaus auf dem Fundament der zwölf Apostel erbaut ist. In jeder, selbst der kleinsten Dorfkirche stellt sich die große, Himmel und Erde umspannende Weltkirche dar. Zur Zeit des zweiten Vatikanischen Konzils, als unsere Pfarrkirche gebaut wurde, waren diese Gedanken sehr lebendig, und es wäre sehr zu begrüßen, wenn das Zusammengehörigkeitsgefühl mit den Christen in aller Welt nicht verloren ginge.

 Die Laurentiusstatue und der Taufbrunnen

Der Patron unserer Pfarrkirche, der Diakon und Martyrer Laurentius (nach der Legende auf einem Rost zu Tode gebracht um 254), hat seinen Platz in der Seitenkapelle gefunden. Nachdem die etwa 70 cm hohe Figur, die aus dem Jahr 1787 stammt, vorher am Eckpfeiler zum Altarraum hin angebracht war, steht sie jetzt nach der Renovierung in der Mitte der Wand, in die links der Grundstein eingelassen ist. So ist sie bei den Werktagsmessen, die in der Seitenkapelle stattfinden, besser zu sehen. Vor allem aber ist eine Beziehung zum Taufbrunnen hergestellt, der auf einem runden, weißen Teppich direkt vor der Statue steht. Laurentius nimmt den Täufling in die Gemeinde auf

 

In früheren Zeiten wäre es kaum denkbar gewesen, dass der Namenspatron einer Kirche mit einer kleinen Figur in die Seitenkapelle verdrängt worden wäre. Sein Bild oder seine Statue hätte zweifellos den Hauptaltar geschmückt. In der Zeit, da unsere Kirche gebaut wurde, war aber eine schwere Krise um die Heiligenverehrung ausgebrochen. Heute können wir es uns wohl wieder vorstellen, dass der heilige Laurentius über dem Hochaltar im Feuerschein zu Gott aufblickt und ihm seine Anvertrauten, die Armen, der Kirche empfiehlt.

Die Seitenfenster

 

In der Außenmauer der Seitenkapelle befinden sich vier bunte Glasfenster mit Heiligengestalten: der heilige Nikolaus (als zweiter Pfarrpatron), die heilige Elisabeth, der heilige Josef mit dem Jesusknaben und der heilige Franziskus. Die Auswahl der Heiligen zeigt, dass besonders Vorbilder des karikativen und sozialen Handelns gesucht wurden. Beim heiligen Franziskus ist gewiss auch an Bruder Jakobus Wirth und an Mutter Rosa (Margarethe Flesch) gedacht, die beide aus Niederbreitbach stammen und denen die klösterlichen Anstalten in Hausen und Waldbreitbach ihre Existenz verdanken.

Die Beichtstühle

Beinahe hätten wir die zwei Beichtstühle vergessen, die zwischen den vier Fenstern eingebaut sind. Sie werden nur noch selten im Kirchenjahr gebraucht, weit mehr Gläubige besuchen die Bußandachten vor den hohen Festtagen. Trotzdem haben die Beichtstühle ihre Aussagekraft nicht verloren. Wer sie sieht, wird an Sünde und Schuld erinnert, von der uns nur die persönliche Hinwendung zum barmherzigen Gott erlösen kann.

Die Muttergottesstatue

Den lebendigen Eindruck in der Seitenkapelle vermittelt jedoch die in der Nische zwischen den Fenstern stehende Marienfigur. Sie kommt aus Fatima in Portugal, dem bekannten Wallfahrtsort. Wie die ständig brennenden Kerzen bezeugen, schlägt hier vor Maria das Herz der Gemeinde. Alle Sorgen, Nöte, Befürchtungen und Anliegen werden zu ihr getragen, der Fürbitterin und Mittlerin aller Gnaden. Und fast ausschließlich sind es unsere Frauen, die von der Gottesmutter Rat und Hilfe erbeten.

 

Altes Wegekreuz

In die Rückwand der Seitenkapelle ist seit der letzten Renovierung ein altes Wegekreuz eingelassen. Das etwa 300 Jahre alte Kreuz befand sich in einem später erbauten Heiligenhäuschen in der Weihergasse neben der alten Schule. Im zweiten Weltkrieg wurde das Häuschen von einer Granate getroffen und Herr Homscheid nahm das beschädigte Kreuz in sein Haus. Jetzt blickt das steinerne Wegekreuz die Gläubigen an, die nach dem Gottesdienst auf der Kapellenseite aus der Kirche gehen. Neben der Laurentiusstatue ist dieses Kreuz der einzige religiöse Gegenstand, der aus der frommen Vergangenheit unserer Gemeinde Eingang in unser „modernes“ Gotteshaus gefunden hat. Man wünschte sich engere Beziehungen solcher Art.

Der Altarraum

Wer die Kirche betritt, wird sogleich von dem offenen, die ganze Gemeinde einladenden Altarraum in Anspruch genommen. Wir mussten deshalb unsere Blicke bisher künstlich abschirmen, um nicht in den Sog des alles beherrschenden Raumes zu geraten. Er wirkt wie eine gewaltige Bühne, auf der sich das gottesdienstliche Geschehen abspielt. Manchmal, bei besonderen Anlässe, bevölkern Kinder, Jugendliche, Eltern und Chormitglieder den Altarraum und vermitteln etwas von der Lebendigkeit der Gemeinde. Überhaupt fordert der große, freie Raum und die bis auf das schmale Altarbild leere Betonwand immer wieder zur intensiven Gestaltung heraus: zu Weihnachten die riesigen Christbäume und die von Jahr zu Jahr schöner werdende Krippe, in der Fastenzeit das Hungertuch, dann die Osterkerze und der reiche Blumenschmuck. Man erinnert sich auch an die verschiedenen Aufbauten in den vergangenen Jahren, mit denen Kinder und Jugendliche ihren Vorstellungen über die Gemeinde Ausdruck verliehen.

 Der Ambo

Aber auch ohne zusätzliche Dekorationen übt der Altarraum seine Anziehungskraft aus. Auf der linken Seite steht der Ambo, von dem aus das Gotteswort in Lesung, Evangelium und Predigt verkündigt wird. Der Ambo hat die Kanzeln ersetzt, die in den älteren Kirchen meist hoch über den Köpfen der Gläubigen angebracht waren. Zur Konzilszeit wollte man den Menschen Gottes Wort näher bringen, ihnen nicht mehr von oben herab unverständliche Wahrheiten eintrichtern. Eine löbliche Absicht, die aber auch der Ambo allein nicht zu erreichen vermag.


Das Altarkreuz

Rechts neben dem Altar steht das massige Kreuz, das aus den Kunstwerkstätten von Maria Laach stammt. Im Grunde handelt es sich um einen stilisiert dargestellten Lebensbaum, dessen Kreuzesbalken sich noch einmal in zwei senkrechte bzw. waagerechte Äste teilen. Als Schmuck trägt dieser Baum acht kristallartige Steine, in der Kreuzmitte aber steht der dornengekrönte Christus, ein König, schon fast gelöst von allen Fesseln, Nägeln und Banden, ein siegreicher Herrscher, der alle Menschen mit seinen Armen umfängt.

Der Altar

Seit der Liturgiereform finden nur noch die Gabenbereitung und das eucharistische Hochgebet am Altar statt. Dadurch hat das Gefühl für die Würde des Altars im Bewusstsein der Gläubigen erheblich zugenommen. Voll Ehrfurcht betrachten wir den aus mittelbraunen Marmorplatten gefügten Altartisch, der zugleich den Ort symbolisiert, an dem Christus am Kreuz starb und an dem er mit seinen Jüngern das Abendmahl feierte. Am Sterben Christi nehmen auch der Kirchenpatron St. Laurentius und der heilige Simeon teil, deren Reliquien in den Altar eingelassen sind.

Der Tabernakel und das Altarbild

Vom Altar führen noch drei Stufen zum Tabernakel hinauf, der vom großen Mosaikbild eingefasst und überwölbt wird. Wer vor dem Tabernakel steht, sieht nur die wunderbare Verkleidung der Türen, in der sich das Gold, Weiß und Rot der Mosaikfarben wiederspiegelt. Eine besondere Beziehung ist zum Heiligen Geist geknüpft, der mehr in der Gestalt eines Adlers als der einer weißen Taube über dem Tabernakel schwebt, oder besser, auf ihn herabstürzt. Um das Altarbild als ganzes zu sehen, muss man in das Kirchenschiff zurück gehen. Durch die Renovierung hat das an sich sehr schmale Mosaik eine breitere Einfassung erhalten, die zudem den Eindruck hervorruft, als sei das Bild in einer leicht gekrümmten Apsis angelegt. Damit wird das schwierige Problem der großen Betonwand vorteilhaft aufgelockert. Wie bei jedem Mosaik wirken nun zunächst die Farben: das an den Himmel gemahnende Blau, das an den blutigen Kreuzestod erinnernde Rot, das blendende Gold der göttlichen Herrlichkeit. Vielleicht hätte sich der Künstler mit diesem Dreiklang von Farben begnügen sollen; denn die figürliche Darstellung der göttlichen Personen gehört zu den fast unlösbaren Themen religiöser Kunstgeschichte.

Nun ist es aber ein großer Unterschied, ob man die Arbeit eines Künstlers in seiner Werkstatt begutachtet oder ob man dies in der Kirche tut, die das Bild schon seit vielen Jahren aufgenommen hat. Im gottesdienstlichen Raum ist das Werk zu einem Gegenstand der Verehrung und Andacht geworden. Auch wenn man das Bild nicht anschaut, so blickt es doch jeden von uns unaufhörlich an. Es fordert uns heraus, es stellt uns Fragen, über die wir nachdenken müssen: was haben wir, was hast du mit dem dreifaltigen Gott zu tun? Weißt du, dass dein Leben und Sterben vom Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes gekennzeichnet ist? Bist du bereit, mit Jesus Christus Gottes heiligen Willen zu erfüllen und von ihm das ewige Leben entgegen zu nehmen? Das sind Fragen, die vom Altarbild ausgehen und uns nicht zur Ruhe kommen lassen.

 Die Orgel

Wer den Kirchenraum verlässt, dessen Augen gehen vielleicht noch einmal hinauf zur Empore, wo links die im niederrheinischen Kevelaer gebaute Orgel steht. Ihre Töne klingen uns noch im Ohr, und von Herzen stimmen wir mit ihr ein, um Gott zu loben und ihm für alles zu danken, was wir sehen und erleben durften. In den Dank eingeschlossen sind alle, die das Gotteshaus erbaut und ausgeschmückt haben. Besonders zu nennen sind unsere Pfarrer und Seelsorger, Pastor Karl Fischer, der den Neubau durchgeführt hat, Pastor Raimund Krause, dem die gelungene Renovierung zu verdanken ist, und Prälat Albert Dömer, der die Gemeinde viele Jahre lang mit so großer Liebe betreut hat. Nicht zu vergessen sind die Mitglieder des Pfarrverwaltungs- und Pfarrgemeinderats, unsere tüchtige Küsterin, die Ministranten und alle Frauen und Männer, die stets bereit sind, in der Kirche zu helfen – und keineswegs an letzter Stelle kommen die Organisten.

Dr. F.J. Schierse

Anm: diesen Artikel, den Herr Schierse 1986 schrieb, geben wir hier fast vollständig im Original wieder. Einiges hat sich zwar seitdem geändert (sh. Uhrzeit!), anderes erstaunte uns wiederum, da es unverändert aktuell ist.

Vielen Dank an Frau Ursula Schierse, die es uns erlaubt hat, diesen Artikel ihres Mannes, der für die Gedenkschrift „25 Jahre Katholische Pfarrgemeinde St. Laurentius Niederbreitbach 1961 – 1986“ geschrieben wurde, hier zu veröffentlichen.