Messdiener- und Jugendbildungsfahrt nach Budapest 02. – 06. August 2026

Eine mehrstündige Stadtführung am nächsten Tag bei hoch-sommerlichen Temperaturen vermittelte uns einen ersten Eindruck dieser tollen Stadt, die erst im 19. Jahrhundert aus den bis dahin eigenständigen Städten Buda und Pest links und rechts der Donau gegründet wurde. Unser Weg führte unter anderem zum Heldenplatz, zur Stephans-basilika und über die Ketten-brücke zum Burgberg und zur Fischerbastei von Buda mit einem grandiosen Ausblick über die Donau auf die Pester Seite. Der Abend klang, wie auch die folgenden Abende, mit einem gemeinsamen Essen aus, das uns in einem typisch ungarischen Restaurant serviert wurde. Einige machten sich danach noch auf in Richtung Donau, die sich allabendlich in eine pulsierende Partymeile verwandelt.
Die anhaltende Trockenheit der letzten Wochen wurde nicht nur deutlich sichtbar am niedrigen Wasserstand in der Donau, sondern auch an der Einschränkung des öffentlichen Stromnetzes, da das einzige ungarische Atomkraftwerk heruntergefahren wurde: sämtliche öffentliche Gebäude und Wahrzeichen, die sonst abends und nachts beleuchtet sind, blieben leider während unseres Aufenthaltes dunkel!
Den Dienstag verbrachte die Gruppe mit dem Besuch zweier berühmter Gebäude und Wahrzeichen der Stadt. Vormittags stand eine Führung durch das Parlamentsgebäude auf dem Plan. Dieses Gebäude wurde im neugotischen Stil in den Jahren 1885 bis 1904 für Magnaten und Abgeordnete des damaligen Königreichs Ungarn errichtet. Das Bauwerk, direkt am Donauufer gelegen, ist mit einer Länge von 268 Metern, einer Breite von 123 Metern und einer Höhe von 96 Metern eines der größten und schönsten Parlamentsgebäude der Welt.
Eine Mittagspause in der Markthalle von Budapest sorgte für die notwendige Stärkung und Erholung, bevor es dann weiterging. Die Matthiaskirche auf der gegenüber liegenden Donauseite war das Ziel des Dienstagnachmittags. Diese Kirche ist nicht für ihre prächtige Architektur und Ausstattung bekannt, sondern war auch Krönungskirche der ungarischen Könige während der Doppelmonarchie von Österreich und Ungarn. Hier wurden als bekanntestes Königspaar am 8. Juni 1867 Kaiser Franz-Joseph und seine Ehefrau Elisabeth (Sissi) zum König und zur Königin von Ungarn gekrönt.
Dass Budapest eine bedeutende jüdische Vergangenheit hat, wurde am darauffolgenden Tag erlebbar mit dem Besuch des jüdischen Viertels im 7. Bezirk. Beeindruckt war die Gruppe vom Besuch der „Großen Synagoge“. Sie wurde von 1854 bis 1859 im maurischen Stil erbaut und bietet Platz für rund 3.000 Besucher. Sowohl das äußere Erscheinungsbild wie auch der Innenraum erinnern stark an eine christliche Kirche, so beispielsweise die zwei Glockentürme, Kanzeln im Inneren und sogar eine Orgel. Hierdurch drückte die jüdische Gemeinde zur Zeit der Errichtung ihre Zugehörigkeit zur ungarischen Nation aus. Eine weitere Synagoge auf dem Gelände, der „Tempel der Helden“ entstand als Andenken an die etwa 10.000 ungarischen Juden, die im Ersten Weltkrieg an der Front gefallen waren. Weiter bot sich die Gelegenheit, das Jüdische Museum sowie eine Ausstellung über die Zeit des Zweiten Weltkriegs, die Besetzung Budapests durch die deutsche Wehrmacht im Sommer 1944 sowie die Errichtung des jüdischen Ghettos zu besuchen. Zehntausende Budapester Juden wurden in diesen Jahren ermordet, während andere durch internationale Schutzaktionen gerettet werden konnten. Heute ist das Stadtviertel, welches nach wie vor von jüdischem Leben geprägt ist, bekannt für seine drei Synagogen, koschere Lokale sowie eine kreative Kunst- und Kulturszene. Die Mittagspause diente dazu, diese vielen Informationen und Eindrücke vor Ort noch einmal zu reflektieren. Nachmittags teilte sich dann die Gruppe auf, um bei den hochsommerlichen Temperaturen freie Zeit entweder im Freibad auf der Margareteninsel, in der Nationalgalerie oder in einer der städtischen Parkanlagen zu verbringen.
Am letzten Tag unseres Aufenthaltes hatten einige aus der Gruppe das Glück, Weihbischof Gábor Mohos aus der Erzdiözese Esztergom-Budapest in der St. Stephansbasilika persönlich zu begegnen. Schwerpunktmäßig wurde dieser Donnerstag in Budapest noch einmal für ein gemeinsames Mittagessen sowie zum Shoppen genutzt, bevor es dann am späteren Nachmittag zum Flughafen ging, um die Heimreise anzutreten.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die uns unterstützt haben (oder auch noch im Nachhinein unterstützen möchten), damit solche nicht ganz preisgünstigen Bildungsfahrten auch in Zukunft möglich sind. Danke an unsere Reisebegleiterin vor Ort, Frau Andrea Rácz. Danke auch an unsere beiden Fahrer, die uns sicher zum Flughafen und wieder zurückbrachten, Dr. Peter Adolphi und Erika Knobloch.
Es waren rückblickend fünf schöne und harmonische Tage mit tollen Eindrücken, netten Begegnungen und gemeinsamen Erlebnissen.
