In diesen Wochen kann man es überall sehen: Die Natur wächst.
Bäume werden grün, Blumen blühen, alles wirkt lebendig.
Aber wenn man genau hinschaut, merkt man:
Das Entscheidende sieht man gar nicht.
Die Wurzeln eines Baumes zum Beispiel – sie wachsen im Verborgenen. Tief in der Erde, still, unauffällig. Niemand bleibt davorstehen und sagt: „Schau mal, wie schön diese Wurzeln sind.“
Und doch hängt alles von ihnen ab.
Ohne Wurzeln gibt es keinen Halt, kein Wachstum, keine Blüten, Blätter und Früchte.
Vielleicht ist das ein gutes Bild für unser eigenes Leben – und auch für unseren Glauben.
Wir leben in einer Zeit, in der vieles sichtbar sein soll: Leistung, Erfolg, Ergebnisse. Auch im Glauben kann ich versucht sein, zu denken: Es muss „etwas bringen“, ich muss „etwas sehen“.
Aber vieles von dem, was wirklich trägt, wächst im Verborgenen. Beispielsweise
- ein stilles Gebet
- ein ehrlicher Versuch, geduldiger zu sein e
- in gutes Wort, das niemand groß bemerkt
- eine Entscheidung für das Richtige, auch wenn es keiner sieht
Auch da denken wir vielleicht schnell: Das ist doch zu wenig. Das merkt doch niemand.
Aber genau dort beginnt Wachstum.
Jesus selbst hat oft von solchen kleinen Anfängen gesprochen – etwa in den Gleichnissen vom Senfkorn oder vom Sauerteig. Dinge, die unscheinbar sind, aber eine große Kraft in sich tragen.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht:
Was blüht schon in meinem Leben?
Sondern vielmehr:
Was darf in mir weiter wachsen – ganz still, ganz verborgen?
Schließlich und letztlich genügt das Vertrauen auf Gott, der bereits längst sieht, was in mir wächst.
Pfarrer Marco Hartmann







