Ich stelle folgende Behauptung auf: Die meisten unserer Tätigkeiten sind wiederkehrende Tätigkeiten. Wahrscheinlich niemand unter uns erlebt jeden Tag etwas vollkommen Neues und hat einen grundsätzlich anderen Tagesablauf als am Tag davor. Seien es berufliche Tätigkeiten oder auch private – Rituale und Gewohnheiten nehmen einen großen Raum ein.
Wer ist schon Maler, Komponist oder Schriftsteller, der völlig frei entscheiden kann, was zu tun ist?
Manche wiederkehrenden Ereignisse haben sich über viele Jahre entwickelt, sich geändert und sind im Grunde doch gleich geblieben.
So ist es auch mit dem Gottesdienst. Die Grundelemente des Gottesdienstes sind bereits viele Jahrhunderte alt. Im Lauf der Zeit gab es kleinere oder größere Änderungen. Die für uns Gottesdienstbesucher gültige Form der Messfeier wurde vor über sechzig Jahren beim Zweiten Vatikanischen Konzil festgelegt und hat sich seither nicht geändert.
Immer das Gleiche?
Wenn der Ablauf feststeht, kann der Fokus umso mehr auf dem Inhalt liegen. Es ändern sich Schrifttexte, die Predigt, die Musik, begleitende Worte.
Wie oft wird beklagt, dass die heutige Zeit (war es jemals anders?) hektisch und schnelllebig sei. Freiwillig (!) ergeben sich viele dem Zwang zur ständigen Erreichbarkeit, um nichts zu verpassen und hecheln den neuesten Trends und Infos hinterher. Die Zahl der Follower und Likes bestimmt das Selbstwertgefühl. Am Ende steht Erschöpfung, Enttäuschung, manchmal auch Krankheit, vielfach bereits in jungen Jahren.
Was ist heilsamer als die Konzentration auf das Wesentliche und sich dieser Spirale zu widersetzen? Eine Tätigkeit, die zur Ruhe kommen lässt – ohne Action und Videos.
Wie schön wäre eine Stunde in der Woche, in der man zur Ruhe kommt, alte und neue Geschichten hört und gute Gedanken hat? Wo man nette Menschen trifft, Ideen für die kommende Woche mitnimmt und außerdem noch schöne Musik hört oder sogar selbst macht?
Auch wenn es (fast) immer das Gleiche ist. Gerade das macht den Kopf frei.
Probieren Sie es aus, jedes Wochenende in Ihrer Kirche!
Dekanatskantor Peter Uhl










