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Weihnachten 2009

Im Zeichen der Rose
„Ein Baumstumpf bringt eine Rose hervor“ ( Jes 11)
Betrachtung zu dem Bild von Sieger Köder

In einfacher Form bringt der berühmte Maler Sieger Köder drei Aussagen des Propheten Jesaja in ein wunderbares Bild:

* „Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht“ (Jes 9).
Das Bild ist dunkel eingerahmt. Es erinnert an die alte Knechtschaft in Ägypten, es erinnert an die dunklen Seiten unsres Lebens. Die dunklen Nächte kennen wir. In der Nacht – in der Dunkelheit des Lebens – ist der Mensch nicht gerne alleine. Das Dunkle im Bild ist bedrohlich, es ist regelrecht erdrückend, gäbe es nicht den hellen Strahl von oben. „Licht aus der Höhe hat uns besucht“ so beten wir im Lobgesang des Zacharias, in der Ankündigung der Geburt des Johannes. Licht aus der Höhe hat uns besucht. Es ist kein Besuch, der kommt und wieder geht, sondern das Licht aus der Höhe ist die „Sonne der Gerechtigkeit“, „Licht vom unerschaffenen Lichte“. Es bleibt.

* Die zweite Aussage erinnert an Jesaja 6: „Die Städte sind verödet, das Ackerland ist zur Wüste geworden; sie werden vernichtet, nur der Baumstumpf bleibt“.
In diesen Versen spricht der Prophet vom „Gericht“, von der Stunde der „ewigen Gerechtigkeit“; „Gericht“ ist nichts Bedrohliches, sondern die endgültige Rechtssprechung; nur bei Gott gibt es eine Gerechtigkeit, die wir unter Menschen so nicht kennen. Der Maler zeigt den toten Baumstumpf, etwas Abgestorbenes, eine alte Wurzel, aus der bei näherem Betrachten wohl jeder sagen muss: Tot ist tot, vorbei ist vorbei. Hier ist nichts mehr zu machen! Doch die scheinbar tote Wurzel ist wie zwei offene Hände dargestellt: Offene Hände nach „oben“ dem Licht entgegen gestreckt: Hoffnung – Licht – kommt von Oben, von Gott her. Betende und leere Hände können beschenkt werden.

* In Jesaja 11 heißt es dann: „Aus dem Baumstumpf wächst ein Reis hervor“,
oder wie wir in einem bekannten Weihnachtslied singen: „Es ist ein Ros entsprungen – aus einer Wurzel zart ...“ Aus dem Tod kommt das Leben; das kann nur Gott. Aus der Dunkelheit der Nacht wird der neue Tag geboren. Mag die Nacht noch so dunkel sein, das Licht ist stärker als alle noch so gefürchtete Dunkelheit. Die Kraft der Rose erhellt das Bild. Sie wächst aus dem Urgrund der Dunkelheit hervor. Sie macht das Bild über alles sympathisch. Sie spricht die Sprache der Liebe. Aus diesem Bild leuchtet eine endgültige Botschaft auf: “Fürchte dich nicht, du Mensch! Du bist mein! Ich – der Herr – bin dein Befreier! Ich bin bei dir!  (Jes 43). Die Rose ist Zeichen der bleibenden Liebe Gottes unter uns Menschen. Das Hände sind wie eine Krippe, offen für das Wunder von Oben, offen für das Kind, das auch in mir geboren werden will.  

                          Pastor Josef Mettel

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