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Liebe Schwestern und Brüder, so grüße ich Sie ja immer wieder,
ich grüße alle, die heut gekommen, ich grüß die Lauen und die Frommen, die Müden und die Wachen, die Starken und die Schwachen, ich grüße auch nicht minder, die hier vorne und die dahinter, ich begrüße die unter der Empore steh’n, ich kann die auch ganz hinten seh’n, ich grüße auch die Männer ganz oben, die tun sicherlich auf ihre Weise Gott loben, ich grüß’ auch die Frauen hier im „Frauenhaus“ ich muss sagen: Ihr seht heut morgen munter aus. Grüße alle, die sich heute auch nicht scheuten, bei all dem Schnee und den Leuten, die sagen, “es fängt wieder an zu schnei’n“, ich bleib daheim für mich ganz allein.
Ich will heute euren Blick hinlenken, - Sie werden es mir nicht verdenken – im Reimen hab’ ich mich bemüht zu sagen, was Gottes Wort sagt zu diesen jecken Tagen.
Froh zu sein bedarf es wenig, denn wer froh ist – ist ein König – so sagt es uns ein altes Lied, doch, wenn man sieht, was so geschieht an schlimmen und abscheulichen Sachen, da haben heut nicht alle was zu Lachen.
Leere Kassen, schmale Renten und kein Maut, jeder schreit daher mal kräftig und mal laut, wie d u es machst, so ist es ganz verkehrt, mach es anders - und nicht umgekehrt, Keiner hat – so meine ich – in dieser Sache, der Wahrheit Schlüssel in der Tasche.
Doch Karl der Große ist vor mehr als looo Jahren mit diesem Motto recht gut gefahren: trag munteren Herzens deine Last und übe fleißig dich im Lachen. Wenn du an dir nicht Freude hast, die Welt wird dir keine machen; wie auch des Lebens Würfel fällt, dank denen, die dich heiter machen. Nichts ist gesünder auf der Welt als ab und zu sich krank zu lachen.
Ein Zweites fällt mir dazu ein, warum Humor sollt christlich sein: Seh ich mal in die Liste rein, der Menschen mit ‘nem Heiligenschein, da gab’s bei manchem was zu lachen in vielen ganz komischen Sachen.
So denn beim Heiligen Don Bosco bei Laurentius und Thomas Moro auch bei Bischof Atanasios war Spaß und Freud’ ganz groß, ganz vorn in der Lach-Hierarchie steht der heilige Philipp Neri, und wer ist nicht heut ganz „in“ der Freund der Herzen, St. Valentin. Er dacht sich jeden Tag was Neues aus und machte sich ein Spaß daraus mit seinem Kopfstand macht er seinen Spaß vor den Leuten in Rom auf der Straß’ wenn fein gekleidet kamen die römischen Damen tat er manchmal ihre Gangart nachahmen. So einer war das, der führte Liebende zusammen, manche ohne ihn keinen mitbekamen.
Ein drittes sag ich heute unumwunden mit dem Prinzip komm ich gut über die Runden, ich bin nicht nur Hirte – ich bin ich auch Koch manche seh’ ich – die stutzen noch ich setzte mir die weiße Mütze auf und mache für uns einen Reim darauf:
Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb, jeder esse, was er kann, nur nicht seinen Nebenmann, und wir nehmen es genau, auch nicht seine Nebenfrau. Nix verschlabbert, nix verschitt, guten Appetit.
Als Koch mit drei Platten steh ich hier am Herd, das bin ich meiner edlen Kundschaft wert, wo gibt’s das heute noch? Bedient vom Chef-Koch? Kocht, bedient, singt noch dabei, wie es sich gehört ich sag es frei heraus: Eigener Herd ist Goldes Wert Ich koch, wie früher, mit Pfeffer und Salz, bei mir gibt’s keinen süßlichen Schmalz, ich koch nach alter Väter Sitte und das ist mein Prinzip und Bitte: Piep, piep, piep ...
Ich koch für alle hier unten im Tal und hier oben auch noch für den Speisesaal am Samstag häng ich raus den Speisezettel und die Leute fragen: Kocht heut der Mettel? Mir gerät auch mal was daneben, so ist das mal im Leben mal ist es zu fett, zu salzig oder fad, jeder dies und das zu meckern hat, doch wir speisen mit Orgelklang wo gibt’s das noch an der Wied entlang? Der Kinderteller geht zur Zeit ganz schlecht, sonntags essen möchten viele nicht so recht, doch am Weißen Sonntag muss ich für alle kochen, da kommen die Faulsten aus dem Bett gekrochen, wollen nochmals nach vielen Jahren - dafür tun sie alles sparen – köstlich – festlich – feierlich dinieren, danach tut sich keiner mehr für Kost interessieren.
Ganz komisch ist’s bei mir im Saal, bei einem festlichen Hochzeitsmahl, die wissen nicht, sollen wir stehen, liegen oder sitzen, aber die Kamera, die lassen sie heftig flitzen, Hauptsach: der Koch hat alles schön gemacht, auch wenn keiner eine Antwort sagt, der Kingelbeutel bleibt auch leer, gedankt wird auch nicht hinterher, doch draußen vor der Tür, da ist was los, dann können sie auf einmal singen, grandios. Da tut der Koch vor Neid dann platzen, wenn die Kost da draußen besser ist, war die Feier im Saal nur ein blöder Witz? Nun, packt der Koch die sieben Sachen ein, und denkt: wie wird die nächste Hochzeit sein?
Auch bei einer großen Trauerfeier sitzen die Betroffen in der ersten Reihe, wo schon lange keiner mehr gewesen vor Jahren als die Messe noch „gelesen“, aus dem Buch wird auch nicht mitgesungen, es hätte mit Musik auch ganz nett geklungen, den Weihrauch können sie gar nicht vertragen, die Antworten kann auch keiner sagen, doch die Trauerfeier vorbei ganz rasch, ziehen sie die Zigaretten aus der Tasch’! Der Koch wundert sich nur über das Verhalten, es geht den Jungen genauso wie den Alten.
Ich koch halt auf drei Platten, ich koch für die Hungrigen und Satten, ich hab im Angebot auch Seniorenteller, die sind treu und kommen gerne wieder, auch wenn’s lange dauert und die vielen Lieder, die Senioren sind auch mit kleinen Portionen froh, das sind sie gewohnt, war immer so.
Ich koch auch für die, die rufen: schneller, schneller, ich koch auf meinem alten guten Herd, da kenn ich mich aus, das ist was wert, doch wenn der Herd noch größer wird, das halt ich nicht aus, ich alter Wirt, man gibt sich Mühe mit den Portionen, doch aus der Hand essen, es wird sich lohnen, das macht heut keiner mehr, jeder will wissen, was er auf dem Teller hat, er will was haben für das, was er bezahlt.
Doch viele Stühle und Tische bleiben sonntags leer, das wundert den Koch manchmal sehr, ich tue ja auch schon vor dem Mahl kassieren, das kann euch woanders nicht passieren, sonst heißt es: Erst speisen, trinken und bezahlen, das mag den Gästen wohl eher gefallen, doch mache nie die Rechnung ohne den Wirt, am Ende deines Lebens wird dir alles quittiert.
Am Liebsten wollen die Leut’ ein Schnellgericht, das ist nicht gut, man sieht es dir an im Gesicht, hinsetzen, essen, auf und davon, keine Ruhe mehr, das war’s denn schon? Keine Zeit zu danken, was der Herr beschert, ist ER denn kein DANK mehr wert? Fastfood, Mac Donalds, Pommes tagein und aus, das hängt einem doch am Ende zum Hals heraus. Kann man auf Dauer von Fastfood leben? Wie vieles geht kaputt – daneben – wenn man nicht recht versteht die Zeit, die für den Rest des Lebens übrig bleibt. Drum halte ich fest – als Koch – an dem Prinzip. Piep, piep piep ...
Ich hab auch Stammkundschaft im Lokal die kommen gerne, essen ganz normal, ich und meine Köche geben acht, dass man das Dinner richtig macht, nicht zu fett und nicht zu salzig darf es sein, sonst bleiben die auch noch daheim, ich rühre fleißig weiter auf meinem Herd, die Stammkundschaft ist mir Goldes Wert.
Auch mein junger Koch im 3. Jahr kocht gern und schön Es macht dem alten Koch Spaß mit anzusehn sein Menü, - das geht durch den langen Magen bis jetzt hat sein Menü noch jeder gut vertragen, es kamen mir keine Beschwerden zu Ohren ich meine, der ist für den Beruf geboren, ich koch halt gern, ich red’ nicht drum herum mein Rezept finde ich stets im Evangelium man nehme reichlich Vertrauen mit ins Leben, dann geht so leicht nichts daneben würze das Ganze mit viel Humor und Freude obendrein lade dazu liebe Gäste und Nachbarn ein ein bisschen Rücksicht gib immer dazu dann hast du auch mit dem bösen Nachbarn Ruh immer mit genügend Wärme und Liebe servieren, das Auge will schließlich auch davon profitieren, du stehst als Koch den ganzen Tag auf deiner Sohle, und dabei gilt doch immer noch die Parole: Das Gast ist König und das ist nicht wenig, damit das Ganze auch richtig aufgeht und der Gast auch weiß, wessen Geist hier weht, das Tischgebet sollst du nicht vergessen: Komm, Herr Jesus, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast. Denn wir leben alle hier nach dem Prinzip, piep piep piep wir haben uns alle lieb.
Ich hör jetzt auf – in Gottes Namen ich hoff, es hat geschmeckt die Predigt: Amen
gehalten von Pastor Josef Mettel
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