Texte, Gebete und Geschichten II

Auch nach Ostern wollen wir unsere Serie mit Impulsen in Form von Texten, Gebeten und Geschichten an dieser Stelle fortsetzen. Passen Sie auf sich auf!

Wenn ich nur nach der Logik in mir gehe,
dann stirbt mein Traum schnell.
Dann entscheidet nur der Verstand,
der damit arbeitet, was er schon weiß,
was er erlebt hat, was logisch ist
und im Rahmen des Möglichen liegt.

Zu träumen heißt aber,
die bekannten Rahmen zu sprengen,
das Unmögliche zu denken
und sich für seine
Verwirklichung einzusetzen.
Zu träumen heißt,
Wege durch unwegsames Gelände
zu bahnen,
Straßen zu bauen
für den Verkehr mit Lebensgütern:
mit Hoffnung, Liebe und Glauben.

Text: Ulrich Schaffer

Spüren Sie es auch? Seit einigen Tagen hat sich die Stimmung in den Medien verändert. Wo vor einigen Wochen über exponentielles Wachstum, Fallzahlen und Verschärfung geschrieben und gesprochen wurde, tauchen plötzlich Formulierungen wie „vorsichtiger Optimismus“, „Lockerung“ oder „Exit-Strategie“ auf. Das Corona-Gespenst schwebt weiterhin über uns, aber gleichzeitig mehren sich die Zeichen dafür, dass es jetzt dran ist, über die Zeit nach dem Lockdown nachzudenken. Viele wichtige Stimmen mischen sich da mit ihren Meinungen ins Konzert der Ratschläge; fast alle sind sich einig, dass das Nachher der Krise in der Gesellschaft anders sein muss als das Vorher, dass es eine „neue Normalität“ geben muss.,

Die große Diskussion über die Werte und die Zukunft unseres Zusammenlebens als Gesellschaft sind wichtig. Viel spannender aber finde ich die Frage, wie eine neue Normalität für mich persönlich aussehen kann. Diese Ausrichtung auf die Zukunft braucht jedenfalls auch einen Blick in die vergangenen Wochen. Das erfordert etwas Überwindung, weil da vielleicht auch schwierige Momente dabei sind. Das können Phasen der Langeweile oder der schmerzlichen Trennung von wichtigen Personen in Ihrem Leben sein. Womöglich sind aber auch schöne erste Male dabei, die aus der Not entstanden sind. Mir fällt dabei das Osterfrühstück mit meinen Eltern, fünf Geschwistern und Nichten und Neffen ein, das wir dieses Jahr zum ersten Mal über Zoom (=Internetplattform für Videokonferenzen, Anm. d. Red.) gemacht haben. Weil wir alle sehr weit voneinander entfernt wohnen, sehen wir uns als Gruppe nur selten, aber mir wurde noch einmal deutlicher bewusst, dass das nicht so sein muss. Das könnte also ein Format werden, das uns als Familie hilft, Zeit miteinander zu verbringen und zusammen zu wachsen.

Vielleicht lohnt es sich ja auch für Sie, in diesem Übergang noch einmal zurückzuschauen auf die inneren und äußeren Ereignisse in Ihrem Leben. Eine Leitfrage für diesen Rückblick wäre zum Beispiel: Zeigt sich aus meinen Erfahrungen etwas, das mir hilft und was ich brauche, um in Glaube, Hoffnung, Liebe und Frieden in Gott zu wachsen, und was heißt das für meine neue Normalität?

Bleiben Sie im Guten und wachsen Sie in der Liebe,
Ihr Gerald Baumgartner SJ

Quelle: Jesuiten.org: Newsletter – Ignatianische Nachbarschaftshilfe, In: Pfarrbriefservice.de

Sie wächst und wächst uns über den Kopf – unsere Haarpracht. Denn Friseure haben geschlossen – mit haarigen Folgen, weil Haare sich nicht an Beschränkungen festhalten: Dauerwellen sind nicht von langer Dauer. Glückssträhnen werden zu Pechsträhnen. Blondgefärbte sehen plötzlich ganz schön grau aus. Kurzhaarfrisuren ziehen sich in die Länge. Drei-Tage-Bärte gehen in die Verlängerung. Haarfestiger wird überflüssig. Haarspalter packen die Gelegenheit am Schopf. Haarscharf wird Haarstumpf, Haarklein wird Haar groß. Selbst das Haar in der Suppe ist länger als sonst. Genug der Haarspalterei: Wir ziehen alle an einem Haarstrang. Vor dem Friseur sind alle gleich. Packen wir das Übel an der Haar-Wurzel. Fordern wir mit Haaren auf der Zunge: „Friseure sind systemrelevant“. Peter Schott, In: Pfarrbriefservice.de

Ein gläubiger Mensch rettet sich während einer riesigen Überschwemmung auf das Dach seines Hauses. Die Fluten steigen und steigen. Eine Rettungsmannschaft kommt in einem Boot vorbei und bietet an, ihn mitzunehmen. „Nein, danke“, sagt er, „Gott wird mich retten.“ Die Nacht bricht an, und das Wasser steigt weiter. Der Mann klettert auf den Schornstein. Wieder kommt ein Boot vorbei, und die Helfer rufen: „Steig ein!“ „Nein, danke“, erwidert der Mann nur. „Gott wird mich retten.“ Schließlich kommt ein Hubschrauber. Die Besatzung sieht ihn im Scheinwerferlicht auf dem Schornstein sitzen, das Wasser bis zum Kinn. „Nehmen Sie die Strickleiter“, ruft einer der Männer. „Nein, danke“, antwortet der Mann. „Gott wird mich retten“. Das Wasser steigt weiter, und der Mann ertrinkt. Als er in den Himmel kommt, beschwert er sich bei Gott: „Mein Leben lang habe ich treu an dich geglaubt. Warum hast du mich nicht gerettet?“ Gott sieht ihn erstaunt an: Ich habe dir zwei Boote und einen Hubschrauber geschickt. Worauf hast du gewartet?“

Autor unbekannt

Ich höre, dass man damit leben kann:
mit Schlaf und Arbeit, Spaß und gutem Essen.
Habt ihr dabei nicht einiges vergessen?
Und überhaupt, was soll das heißen: man?

Und das soll wirklich alles sein,
wofür wir leben, das soll uns genügen:
der Tisch gedeckt, gelegentlich Vergnügen
und Händchen halten und ein Lottoschein?

Man lebt, und mehr fällt euch nicht ein,
als Geld verdienen und ein Auto fahren
und Steuern zahlen und für’n Urlaub sparen
und abends Fernsehn oder Sportverein?

Es ist nicht viel, was man so Leben nennt:
Erst Kinderspiel, dann selber Kinder kriegen,
dann einmal jährlich in der Sonne liegen
und Rentenanspruch und ein Testament.

Und das soll dann alles gewesen sein
für uns, sonst soll es nichts geben?
In mir ist Sehnsucht, mehr möcht ich erleben
und Träume haben und unsterblich sein!

Text: Lothar Zenetti in Leben liegt in der Luft

Frohe Ostern allerseits! Ja, immer noch Ostern…
Nach 40 Tagen Fastenzeit gilt es jetzt, ausgiebig zu feiern! Leider scheint es nur ein Wissen für Insider zu sein, was in der Grundordnung zum Kirchenjahr steht:

„Die Zeit der Fünfzig Tage vom Sonntag der Auferstehung bis Pfingstsonntag wird als einziger Festtag gefeiert, als »der große Tag des Herrn«. „Die ersten acht Tage der Osterzeit bilden die Osteroktav und jeder der Tage wird dem Rang nach als ein Hochfest des Herrn begangen“. Urlaub gibt es leider nicht, aber das sollte unsere festliche Stimmung nicht nehmen. Es darf gepfiffen, gesungen, durch die Gänge getanzt und gejubelt werden. Freude soll nicht nur in der Luft liegen, sondern unser ganzes Wesen erfassen.

Aber kann man Ostern feiern in einer Kirche, die von Missbrauchsskandalen geschüttelt ist, in einer Welt, die durch „Corona“ derzeit im Ausnahmezustand ist, in einer Welt, die von Ungerechtigkeit, Krieg und Terror gepeinigt wird, in einem Umfeld, das von Krankheit und Leid geprägt ist, auch angesichts der eigenen Unerlöstheiten?

Ja, ich plädiere dafür! Es darf auch verwundet Ostern gefeiert werden! Wer vom Krieg heimkehrt, der feiert auch verwundet! Auch der Auferstandene zeigt dem Thomas seine Wunden. Sie sind sogar sein Erkennungszeichen. In allen Verwundeten ist der Auferstandene zu finden. Im Osterlicht erscheinen Wunden dennoch anders. Sie tragen das Hoffnungslicht in sich. Denn wenn wir Ostern feiern, kann sich der Himmel aufspannen und ein neuer Geist darf hinein wehen in alles Leid. Ostern ist nicht einfach Party. Ostern lädt ein, dass wir alles Hadern verbannen und dass wir an die unbändige Kraft des Lebens und der Liebe glauben. Ich weiß – manchmal ist das nicht leicht und manchmal ist auch Klage und Trauer dran. Aber auch davon darf man sich eine Pause gönnen. Ostern schenkt neuen Mut. Heute will ich nicht jammern und traurig sein. Heute wähle ich die Freude.

Autor unbekannt